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Immunsuppressiva

Die optimale Immunsuppression nach einer Nierentransplantation

Die größten Fortschritte in der Transplantationsmedizin sind der Entwicklung hochwirksamer Immunsuppressiva zu verdanken, die die Abwehrreaktion des Körpers gegen das neue Organ unterdrücken. Immunsuppressiva werden Ihnen meist in Kombination bereits bei der Organtransplantation verabreicht, und Sie müssen sie von nun ab immer einnehmen, um Ihr neues Organ optimal zu schützen. Eine lebenslange Immunsuppression ist die Voraussetzung für das Überleben der Spenderniere.

 

Immunsuppressiva- Welche Medikamente eignen sich dafür?

In den Transplantationszentren werden Kombinationstherapien mit unterschiedlichen Immunsuppressiva durchgeführt. Dadurch lassen sich im Idealfall die erwünschten abwehrschwächenden Eigenschaften erhöhen, während die Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen begrenzt werden können. Die Kombinationen werden individuell nach Patient, transplantiertem Organ und Zeitpunkt nach der Operation zugeschnitten. In der Anfangsphase sind in der Regel höhere Dosen und mehr Medikamente nötig als in der Langzeittherapie. Das Spektrum der aufgeführten immunsuppressiven Medikamente umfasst heute chemisch sehr unterschiedliche Substanzen.

Zu den bei Nierentransplantationen geeigneten immunsuppressiven Substanzen gehören:

 

Calcineurininhibitoren

Die Einführung des ersten so genannten Calcineurininhibitors, der vor etwa drei Jahrzehnten aus einem Pilz isoliert wurde, gilt als wesentlicher Grundstein für den Durchbruch der Transplantationsmedizin.

Eine weitere Substanz dieser Klasse wurde Ende der 80er Jahre erstmalig in Japan aus einem Schimmelpilz gewonnen.
Calcineurininhibitoren hemmen spezifisch die Aktivierung bestimmter Zellen (T-Zellen) des Immunsystems, die wesentlichen Anteil an Abstoßungsreaktionen haben. Durch die Hemmung der Zellaktivierung können bestimmte Botenstoffe, die für die Abwehr nötig sind, nicht mehr gebildet werden.

 

Antimetaboliten

Antimetaboliten hemmen die Vermehrung der T-Lymphozyten, indem sie die Vermehrung der Erbsubstanz verhindern. Die Zellteilung wird dadurch eingeschränkt. Da Antimetaboliten in ihrer immunsuppressiven Wirkung allein meist nicht ausreichen, werden sie in der Regel mit anderen Immunsuppressiva kombiniert.

 

mTOR-Inhibitoren

Substanzen, die den mTOR Signalweg blockieren, wirken als Proliferationshemmer. Sie hemmen die Vermehrung von T- und B-Lymphozyten und unterdrücken so die Immunantwort.

 

Kostimulationsblocker

Kostimulationsblocker sind der neueste therapeutische Ansatz in der Immunsuppression. Diese unterdrückt die Aktivierung von T-Zellen durch Blockade bestimmter Moleküle auf antigenpräsentierenden Zellen.

 

Antikörper

Bestimmte Antikörper richten sich gezielt gegen die Aktivierung von T-Zellen, die für akute Abstoßungsreaktionen verantwortlich sind, und verhindern dadurch die Immunreaktion. Sie werden jeweils nur kurze Zeit vor und nach der Transplantation intravenös verabreicht.

 

Kortison (Kortikosteroide)

Diese Substanzen werden in der Transplantationsmedizin schon lange eingesetzt und haben heute noch einen hohen Stellenwert. Sie wirken in hohen Dosen immunsuppressiv, in niedrigen Dosen entzündungshemmend. In der Regel wird die Dosis schon früh nach der Operation reduziert. Bei einigen Patienten ist es im späteren Verlauf möglich, sie ganz abzusetzen.

 
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